20211210 Collage Zwischen-den-Jahren

Zwischen den Jahren darf die Zeit unendlich weit werden
Um den Mut zu entwickeln inne zu halten
und den Rückblick zu wagen – abzuwägen –
wenn nötig einen Schnitt zu vollziehen
um ausschließlich Gelungenes mitzunehmen – es zu kultivieren –
um es in Künftiges einzuweben und zu leben.

Zum obigen Text wählte die Galeristin Marah StrohmeyerHaider die Arbeiten für die Einzelausstellung der Künstlerin Moni Stein in Ihrem Atelier aus. Allesamt greifen Sie Themen auf, die ungelöst – unerlöst, dringend unsere aufmerksame Zuwendung fordern um zu verträglichen Lösungen – zu Erlösung - zu führen. Das Alltagsgeschehen gibt kaum Raum für die komplexen Herausforderungen unserer Zeit und so könnte die Phase „zwischen den Jahren“ eine Zeit der Kontemplation und einer sich daraus ergebenden Transformation werden.

Zentrales Werk der Ausstellung ist die Installation „Auf die Fahne geschrieben“. Geheimnisvolle Zeichen zeigen sich auf den Arbeiten, allesamt durch einen Horizont verbunden, der eine gewisse Stabilität geben kann. „Sich etwas auf die Fahne schreiben“, also einen Plan fassen, sich etwas vornehmen, ein Ziel festlegen und dieses sichtbar nach außen bringen, für seine Idee einstehen und Verantwortung übernehmen. Vor diesem Hintergrund ist die Kleinplastik „Europa“ positioniert. Europa reitet gleichmütig und konzentriert einen scheuenden Stier. Die Plastiken „Kirche am Abgrund“, „Überfahrt“ und „Wohin“ warten unter dem Antlitz der großformatigen Arbeit „MutterGottes“ auf Gnade und Erlösung. In der Installation „Gesammeltes für Zukünftiges“ sind kleine Werke, wie Notizen in Leporellos gebündelt und durch ein Rad schicksalsträchtig verbunden. Die auf den Blättern festgehaltenen Ideen warten auf den richtigen Zeitpunkt ausgewählt oder verworfen zu werden. „Die Sinnende“, auf dem Gemälde daneben, scheint sich dieser Aufgabe zu widmen. Verschiedenste Engelplastiken in der Ausstellung können die Betrachterinnen und Betrachter als individuelle „Mutmacher“ begleiten, damit 2022 gut gelingen möge!.

Zur Künstlerin Moni Stein

Seit der ersten Ausstellung, im März 2020 in der Galerie, hat die Künstlerin das Großprojekt einer Einrichtung in Dillingen fast vollendet. Mit Ihrer Kunstaktion „DDT-Dogma Duldung Trieb“ gegen Duldung und Vertuschung hat Sie mutig auf der Kölner Domplatte den Missbrauch in der katholischen Kirche öffentlich angeprangert (Video auf der https://art-monistein.de/ und in der Galerie zu sehen). Im Sommer 2022 ist die Künstlerin, neben anderen Projekten, eingeladen am neu entstehenden SkulpturenPark in Unterwössen teilzunehmen (Bericht OVB im November). Moni Stein ist innerhalb von wenigen Jahren zu einer bedeutenden Künstlerin in der Region und darüber hinaus geworden.

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Wunderbar die dichterische Prosa "Zwischen den Jahren..." und die Karte mit den haltenden Händen und dem golden Lämmchen darin. Es be-rührt mich sehr. Danke liebe Marah, danke liebe Moni, für soviel tiefes Einfühlen in diese Zeit. Eure Elli aus München