Die Künstler auf einen Blick

Kuenstler Sabine-Bijewitz

Sabine Bijewitz Werk besticht seit Jahren einerseits durch eine archaische Kraft gepaart mit besonderer Tiefe und Feinheit, fast Rückzug - bei sich sein - um dann kraftvoll die Farbe leuchten zu lassen um zur Aussage zu kommen. Wie Phönix aus der Asche…..Asche ist das Grundgeheimnis, das Ihre Bilder so besonders wirken lässt.

Ihre künstlerische Ausbildung hat Sabine Bijewitz bei Uli Bendner in München gemacht. Viele Jahre hat sie sich in seinem Atelier mit dem Wesen der Farben nach der Goetheschen Farbenlehre und mit den Materialien der alten Meister beschäftigt.

Sie entschied sich für die ausschließliche Verwendung von natürlichem Material, wie reines Pigment kombiniert mit Casein und/oder Wachs für Ihre Arbeit. Diese Vorgehensweise regt aber auch immer wieder zu Experiment und Erforschung der gegenseitigen Reaktionen der verschiedenen Malmittel und –gründe an. Eines dieser scheinbar zufälligen Experimente war das Einbringen von Asche. Wenn die Künstlerin mit einer dicken Schicht Asche den Malgrund überzieht, bevor die eigentliche Bildgestaltung mit Pigmenten, Erden und verschiedenfarbigen Aschen beginnt, entsteht durch die fein verteilten Kristalle in der Asche die besondere Leuchtkraft. Je nach Lichteinfall ändert sich das Bildgeschehen und wirkt in der Ruhe doch so lebendig, wenn wir den Blickwinkel beim Betrachten verändern. Die besondere Zusammenwirkung des für ihre Malerei neu entdeckten Werkstoffs faszinierte Sabine Bijewitz so sehr, dass daraus ein bis heute anhaltender künstlerischer Prozess entstanden ist.

Die Arbeiten von Sabine Bijewitz sind beeinflusst vom eigenen biographischen Geschehen. Umbrüche, Erkenntnisse, Neubeginne, daraus wieder gewonnene Lebensfreude, dies alles zeigt sich in den Werken und lässt die BetrachterInnen eigene Lebensereignisse reflektieren. Durch die häufig freilassenden Titel gibt es keine Festlegung und viel Freiheit für eigene Interpretation.

PDF: Sabine Bijewitz

Kuenstler Christa-Lux

Christa Lux war Kursleiterin eines Workshops für Masken als ich Sie vor 35 Jahren kennenlernte. Dieser fand in ihrem Atelier mitten in München am Sendlinger Tor statt und so kam ich als Teilnehmerin auch gleich in den Genuss Ihrer Arbeiten, die mich total faszinierten. Diese Faszination hat bis heute unvermindert angehalten hat sich als Liebhaberei meinerseits entwickelt.

Schon als Schulkind war der Schulranzen der kleinen Christa immer, neben dem Lernmaterial, überwiegend mit allen möglichen Fundstücken des Schulweges bestückt, wie mir die Künstlerin erzählte. Nichts war vor ihr sicher was sie nicht noch hätte verarbeiten können. So ist es bis heute geblieben, die Objekte springen sie buchstäblich an – ganz im Sinne des Objet Trouvé, "ich suche nicht ich finde... oder werde gefunden" (frei nach Picasso).

Mit ausgefallenen Stickarbeiten brachte sich die Künstlerin als junge Frau in den Ausdruck. Aber die Fundstücke blieben weiterhin das Objekt der Begierde. Sie entwickelte daraus Materialcollagen und bestückte Objektkästen.

Aus diesen Arbeiten ging Lux in das Dreidimensionale und es entstanden erste Skulpturen, denen sie bis heute treu geblieben ist. Die Lebenserfahrung und Reife fließen beseelend in die Werke ein und die Figuren entwickeln ein Eigenleben. Sie nehmen direkten Kontakt – manchmal sogar Augenkontakt – mit den Betrachterinnen und Betrachtern auf, wirken einfühlsam und verständnisvoll, häufig gepaart mit einer Portion Humor.

Es gelingt Lux, durch "Millimeterarbeit" im Arrangieren der verschiedensten Materialien ihren Figuren den ganz individuellen Ausdruck zu verleihen. Sie werden wesenhaft, haben Charakter der sich durch liebevolle Titelgebung zusätzlich offenbart. Lux verleiht mit ihren unterschiedlichen Skulpturen vielen Charakteren ein "Gesicht", das wiederum kann einer großen Bandbreite von Gefühlen bei den Betrachterinnen und Betrachtern Raum geben. Sicher eines der Geheimnisse der Faszination, die Ihre Kunst auf Jung und Alt ausübt.

Kuenstler Elisabeth-Seidel

Die Zusammenarbeit mit Elisabeth Seidel seit 35 Jahren erlaubt mir einen guten Einblick in Ihr umfassendes Werk. Sie arbeitet immer für geraume Zeit an einem Thema das sie in der jeweiligen Lebensphase bewegt. Sie gibt diesem dann viel Raum, auch im Alltag, bis das Thema lebendig in ihre künstlerische Arbeit einfließt. Über eine meist eigens dafür gewählte Technik bringt sie sich und das Thema sehr persönlich in den Ausdruck.

Die ausgewählten Werke sind allesamt aus der Serie zu dem KassandraMythos entstanden, der heute mehr denn je aktuell ist. Genau dieser Punkt ist der Künstlerin wichtig, die alten Mythen aufleben zu lassen ganz im Sinne des Zeitgemäßen. Kassandra wurde nicht gehört weil sie Unerhörtes vorhersagte, nichts was die Menschen hören wollten – die Zerstörung von Troja war einfach unvorstellbar und ist doch trotz Vorwarnung eingetreten. Was wollen wir heute nicht hören weil es scheinbar „unerhört“ ist?

Mit Ihren drei großen Leinwandarbeiten hat Elisabeth Seidel einen Fokus auf die ihr wichtigsten Momente im Wirken von Kassandra genommen. Die Initiation durch die Weisheit, das Erwachen des „Zweiten Gesichts“ und im Geiste von Kassandra, der Versuch einer Lebensgemeinschaft am Berg Ida, neue Wege in der Gesellschaft zu erproben. Wie zeitgemäß!

Die Tiefe der hier gezeigten LeinwandArbeiten erreicht Seidel durch die Kombination von unterschiedlichem Malmaterial wie Acryl, Grafit, Kreide, Tusche, Pigment. Als Stilmittel verwendet die Künstlerin in den kleinen Leinwandarbeiten auch die Transfertechnik die sie in den Malhintergrund perfekt einfügt.

Ganz anders Ihre Schönheitsgalerie der Jahrhunderte. Hier beschränkt sich Elisabeth Seidel auf Grafit und Buntstift sowie Rötelstift und fühlt in feiner Ausführung den ursprünglichen Zeichnungen großer Meister nach. Was veranlasste die männlichen Künstler diese Frauen zu malen – war es nur deren Schönheit oder die Schönheit hinter der Fassade? Die Darstellungen allesamt Frauen die Ihren Weg ganz auf ihre Weise gegangen sind.

PDF: Elisabeth Seidel

Kuenstler Edith-Heilmeier

Als aktive, vielseitige Künstlerin lernte ich Edith Heilmeier im KunstKreis Bernau kennen. In einer Jahresausstellung des KunstKreises habe ich dann die erste Papierarbeit von ihr entdeckt und war von der besonderen Art ihres Umgangs mit Zeitung und anderen Papieren fasziniert. Das war etwas sehr Besonderes, ihr Stil war unverkennbar gefunden.

Ihre intensive Auseinandersetzung mit Kunst begann während Ihrer zehnjährigen Auslandsaufenthalte. Ihr Weg führte sie über Belgien, Norwegen, China, Australien, Thailand, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien und Italien letztendlich zu ihrem eigenen Kunstschaffen. Die Zeit in der Heimat nutzte Edith Heilmeier ab 2006 zum Besuch von Studiengängen an verschiedenen Kunstakademien, im Ausland besuchte sie Online Meisterkurse bei Christian von Grumbkow und Alfred Hansl.

Der Fortschritt ihres privaten Studiums ist in den unterschiedlichen Arbeiten gut nachvollziehbar. Über Acryl, Mixed Media, Rostobjekte entsteht ein Werk das sie letztendlich zum unverwechselbaren Ausdruck führt. Diese Arbeiten zeige ich in der Galerie MarahART.

Das Papier als Informationsträger wandelt die Künstlerin in einem meditativen, schöpferischen Akt in ein haptisches Kunstwerk. Durch das Schneiden, Rollen neu Zusammensetzen, werden unterschiedlichste Informationen in eine völlig andere Form gebracht. Der Inhalt wirkt sich inspirierend auf die Verarbeitung aus. Zum Teil wird Inhalt betont und durch das Sichtbar-machen von Textfragmenten in Szene gesetzt, wie in den Arbeiten mit dem Titel "Bewahre Deine Träume". Anders bei belastenden Texten, hier wird das Papier verborgen, geheimnisvoll, und erhält dadurch einen moderaten Ausdruck, wie in den Werken "Rückblick", "wo ist die Zeit geblieben". Weitere Titel können zum Nachdenken anregen: "Wo bleibt das Schamgefühl", "Aus der Reihe tanzen"...

Edith Heilmeier
Fragnerstr. 20 a
83224 Grassau
0049 (0)8641 699912
edith.heilmeier@web.de

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Kuenstler Margarethe-Fritz-Herrmann

Von vielen Jahresausstellungen des Freiraum ART Kultur in München haben sich mir vor allem die Bilder vom Wasser von Margerethe Fritz-Herrmann mir eingeprägt. Als ich 2019 die für mich erste dreidimensionale Arbeit "Boot" entdeckte war ich begeistert. Die Schaffenskraft die im Werk von Fritz-Herrmann über Jahrzehnte ungebremst und immer stärker werdend spürbar ist hat mich überzeugt.

Ihre künstlerischen Ausbildungen umfassen Malerei, Zeichnung, Installation, Bildsprache und Symbol. An Kunstakademien in München und Salzburg startete Margarethe Fritz-Herrmann. Weiter führte die Kunst sie zu den Künstlern aus New York: Nancy Spiro und Leon Golub, sowie Watts Quattara. Auch bei Jacobo Borges aus Caracas, hat Margarethe Fritz-Herrmann erfolgreich die Studien abgeschlossen.

Die Künstlerin sagt, dass das Malen für sie eine Art Nachdenken über das Leben ist. Auch die hier gezeigten Arbeiten lassen ein Betrachten letztendlich in aktives Nachdenken übergehen. Die Gemälde sind in Öl auf eine vorbereitete Leinwand gemalt. Allen ging ein Prozess des tiefen Nachdenkens über das Werk das entstehen soll voran. Dies ist mit der aufwändigste, tief-stille Teil der Arbeit. Dann beginnt der Auftrag der Farbe in mehreren Schichten, mit Pinsel und anderen Hilfsmitteln, zum Teil spielerisch, wird wieder abgetragen, neu gesetzt, bis die entstehende Form zu einem meist vorläufigen Ausdruck kommt. Es kann nach Aussage der Künstlerin Jahre dauern bis das Gefühl entsteht "Es ist fertig". Dieser Prozess ist spürbar bei der Auseinandersetzung mit Fritz-Herrmanns Werk.

Beginnend bei den Arbeiten zu Saudade spannt sich der Bogen der Ausstellung über mögliche Boote, über gewaltige Wellen hin zum beruhigten Meer und zum Thema der Ausstellung "die Wogen glätten sich…".
Die Auseinandersetzung mit Saudade regt die Künstlerin mit unrealen "Landschaften" an. Räume in die sich die Betrachterinnen und Betrachter versenken können ganz im Sinne von Saudade, dies ist mehr als ein Wort. Der Begriff steht auf Portugiesisch für ein unübersetzbares Gefühl aus Sehnsucht, Melancholie, Schmerz, Nostalgie und Einsamkeit – Saudade ist bitter-süss und wunderschön. Es ist eine Sehnsucht nach dem "Ganz-werden". Ähnliche Gefühle können bei der Betrachtung des Meeres tief im Menschen geweckt werden. In den gezeigten Ölgemälden hat Margarethe Fritz-Herrmann das Meer in unterschiedlichsten Fassetten erfasst – ein großes Spektrum menschlicher Gefühle kann sich hier widerspiegeln. Mit Ihrer Installation „Boot“ regt die Künstlerin an das eigene unfertige Boot selbst weiter zu bauen um in See zu stechen. Die Bootinstallationen erfordern Zuversicht und Vertrauen sich den Gefühlen und Saudade auszusetzen – der eigene Wille wird ausschlaggebend.

Margarethe Fritz-Herrmann
Adalbertstr. 55
80799 München
Tel. 0040 (0)89 2723290
ma-fritz-herrmann@t-online.de

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PALERMO, Transferlithographie, <br/>50x70 cm

Berit Opelt habe ich vor zwei Jahren in der Galerie SCHAURAUM entdeckt. Ich erlebte eine Künstlerin, die schnell und direkt "die Dinge auf den Punkt bringt" und vorwärtstreibt und andere mitnimmt. Diese große Lebendigkeit ist gepaart mit Sinnhaftigkeit und Tiefe.

Schon sehr früh hat sich Opelts Berufung abgezeichnet, sodass auch schon schulisch der Weg zur Kunst geebnet wurde in Form eines Gymnasiums mit Schwerpunkt "Kunst". Nach dem Abitur verliert sich dieser Weg aber nur scheinbar. Sie geht ins Handwerk, damals für ein Mädchen sehr außergewöhnlich, sie beginnt eine Schreinerlehre. Eine erdende Erfahrung, die ihr den Weg bahnt hin zur Architektur, in der sie 15 Jahre ihre Frau steht und ihre Leidenschaft für die Kunst – noch von architektonischen Leitlinien begrenzt – ein Stück weit leben kann. Immer mit dem Anspruch Optimales zu leisten ist es an der Zeit sich ganz zu befreien und sie beginnt ein mehrjähriges Studium an der Europäischen Akademie für bildende Kunst in Trier, aus welchem sie als offiziell anerkannte selbständige Künstlerin hervorgeht. Ihre Dozenten Matthias Kroth und Dagmar Wassonge trifft sie nochmals zu einem weiteren zweijährigen Studium in der Kunstakademie in Kolbermoor. In der Freien Kunstakademie in Augsburg beginnt sie bei Rainer Kaiser mit Drucktechnik zu experimentieren.

Die Künstlerin hat sich der Drucktechnik speziell mit Transferlithographie und Collage und der Malerei verschrieben. Die hier gezeigten Werke sind aus dem aktuellen Zyklus "Raven" - Raben. Die aus den Bildern spürbare Tiefe erreicht die Künstlerin durch eine aufwändige Aufbereitung des Untergrundes, nicht nur auf Holz, auch für Leinwand bringt sie einen dreifachen Kreidegrund auf, um dann mit der eigentlichen Drucktechnik zu beginnen. Hier wird neben dem Druck Weiteres intuitiv eingearbeitet, Materialien aus dem Alltag, die völlig zweckentfremdet sind. Zusammen mit geheimnisvollen, zarten Zeichnungen, die sich erst bei naher Betrachtung erschließen ergibt sich scheinbar spielerisch ein Urgrund. Die indianischen Name der Vögel unterstreichen diesen archaischen Charakter. Die beiden Keramikarbeiten sind eine absolute Rarität im Werk von Berit Opelt und runden den Zyklus liebevoll ab.

Den Drucken "Palermo" und "Bemassung" liegen Fotoarbeiten der Künstlerin zugrunde, die durch die besondere Kombination der Motive und dem speziellen künstlerischen Blick für das Magische im Alltäglichen faszinieren. Das Kunstwerk schließt auch die von der Fachfrau bearbeiteten Rahmen mit ein, die einen dreidimensionalen Charakter erzeugen und die Darstellungen scheinbar schwebend, magisch wirken lassen.

Berit Opelt
Meindlstraße 19
81373 München
kunst@berit-opelt.de

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BLAUES PFERD und ERLKÖNIG, Gips, Farbe, Wachs

Die erste Begegnung mit Moni Stein fand auf der Wiese vor ihrem Atelier in Unterwössen statt. Die Künstlerin veranstaltete dort viele Jahre das Bayerisch-Tirolerische Künstlertreffen: "Kunst am Baschtei". Ein Event, der "grenzenlos" Künstlerinnen und Künstler miteinander vernetzte. Ihre eigenen Kunstwerke im Atelier zeigten auch damals schon das große Spektrum an Themen umgesetzt in unterschiedlichsten Techniken und Material. Von der großflächigen Malerei über Bronzen, hin zu kraftvollen, trotzdem zarten Papierarbeiten und Holzcollagen verbunden mit Keramik.

Das frühe Heranführen an die Kunst durch das Elternhaus wurde durch ein erfülltes Leben mit vier Kindern und einem entsprechend großen Haushalt unterbrochen. Unabhängig im neuen Lebensabschnitt angekommen beschloss Moni Stein sich nun ganz der Kunst zu widmen und absolvierte erfolgreich eine Vielzahl von Studiengängen an Kunstakademien in Bad Reichenhall, Salzburg, Kolbermoor, Augsburg u.v.m..
Auslandsaufenthalte und eigene Studien ergänzen ihre Ausbildung. Sie arbeitet intensiv, wie unter Zeitdruck, holt in kurzer Zeit nach, was ihr für ihre Berufung sinnvoll erscheint und etabliert sich mit eigenem Atelier und Schauraum als selbstständige Künstlerin.

Die hier gezeigten Werke geben nur einen minimalen aber aussagekräftigen Einblick in das Werk von Moni Stein. Die Skulpturen sind aus unterschiedlichstem Material wie Gips, Beton, Holz und Bronze gefertigt. Durch das Zurücknehmen eines ins Detail ausgearbeiteten Körpers erzielt die Künstlerin den starken Ausdruck durch Körperhaltung und besondere Sorgfalt bei der Ausarbeitung einzelner Gliedmaßen, sowie des Gesichtsausdruckes. Die Darstellungen drücken Charaktere aus die berühren können. Das Einfangen einer Bewegung – die scheinbar gleich fortgesetzt wird – gibt den Skulpturen eine große Lebendigkeit.

Neue Arbeiten sind die zum Teil großformatig angelegten Collagen. Voraussetzung dafür war die Bereitschaft der Künstlerin zur kompromisslosen Zerstörung alter Fotos und Papierarbeiten. Moni Stein kombiniert mit Zeitungsausschnitten und Alltäglichem. Sie setzt Altes, lieb Gewordenes in einen neuen Bezug zueinander. Daraus entwickelt die Künstlerin eine völlig neue Aussage. Die Schicht aus Acrylharz, die mehrere dieser Arbeiten aus dem Zyklus ummantelt, gibt Schutz und Tiefe und bringt ins "rechte Licht" gerückt das neue Entstandene zum Leuchten.

Moni Stein
HammererGraben 29
83246 Oberwössen
+49 (0) 86401258 +49 (0) 16099350257 art-monistein@t-online.de

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KOKON-VII, Collage, Kohle, <br/>50x40 cm

Die Liebe und das Bedürfnis von Marah StrohmeyerHaider sich in Material auszudrücken war sehnlicher Wunsch der bis zur Lebensmitte warten musste. Die Begegnung mit der Münchner Malerin und Anthroposophin Sylvia Sachse erinnerte sie an den Herzenswunsch und sie begann ein Aquarellstudium bei der Malerin. Die Zusammenarbeit mit der Münchner Künstlerin Sabine Kretzschmar im Rahmen eines Projektes KUNST=KAPITAL brachte eine entscheidende Wende und den Zugang zum Werk von Joseph Beuys. Seine Idee der "Sozialen Skulptur" fasziniert sie bis heute. Sie will Raum zu geben und die Menschen vernetzen und bewegen. Es folgten Studien an verschiedenen Kunstakademien und ein fünfjähriges Studium zur Kunsttherapeutin.

Heute arbeitet Marah StrohmeyerHaider überwiegend mit Installationen. Sie kombiniert Materialien wie Holz, Wachs, Blattgold, Vlies, Pigmente und Papier und erzielt damit eine völlig neue Aussage. Befreit von der ursprünglichen Verwendung als Dachbalken oder Teebeutel ist durch die Bearbeitung eine Wandlung geschehen – magisch entsteht ein archaischer Charakter. Die zum Teil großen Installationen laden ein zum Verweilen und sich den Raum zu nehmen der gegeben wird. Die Musik von Sebastian Noris Haider, dem Sohn der Künstlerin, ergänzen die meditative Situation.

Die Kokons gehören zum neuesten Zyklus ihres Werkes. Die Kokons geben Schutz und Geborgenheit, bis das Neue geboren wird. Alles braucht seine Zeit. Die Teebeutel – entstanden in vielen Teepausen, die für das Zeitliche stehen -, das Vlies – als wärmende Hülle – und die Seidenfäden – die Geduld und Ausdauer symbolisieren wollen, können uns anregen sich selbst einen Rückzug in den eigenen "Kokon" zu gönnen.

Aus einem älteren Zyklus stammen die beiden Wächter, die in gebleichtes Bienenwachs getaucht die achtsame Veränderung ankündigen und begleiten. Das Wachs wird formbar durch Wärme, bietet Schutz und passt sich in das Neue ein.

Marah StrohmeyerHaider
VogelhuberHaus
Bahnhofstr. 13
83233 Bernau am Chiemsee
marahart@gmx.de

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