20210708 Collage Viel-leicht

„Viel_leicht – vom ursprünglichen WortSinn weit entfernt von wager Unwissenheit von Relativierung Viel_leicht – primär die Sehnsucht Vieles in Leichtigkeit im Leben zu bewegen“, das waren die Gedanken, die die Galeristin Marah Strohmeyer-Haider zur Sommerausstellung mit den Künstlerinnen Margarethe Fritz-Herrmann und Moni Stein bewegt haben.

Die neuen Ölgemälde von Fritz-Herrmann beschäftigen sich mit „dem in Bewegung sein“, den sich ständig wechselnden Ausblicken aussetzen – ein Stillstand wird nicht geduldet! Sie zeigt dies eindrücklich mit Ihren Arbeiten, in denen unterschiedliche Zugabteile oder Bahnhofshallen einen beunruhigenden „geschützten Raum“ bieten, denn auch sie scheinen in Bewegung zu sein. Eine Metapher für gelebtes Leben und den Mut immer weiter zu gehen, das Leben auszukosten – sich verbrauchen. Der Installation „Verworfenes“ liegt eine Entschlossenheit zugrunde die bereits Entstandenes durch Zerschneiden und -reissen zerstört, dieses verschnürt, bündelt und weglegt. Es entsteht ein Zustand des Wartens auf etwas Neues. Was passiert wenn das Verborgene aufgeknüpft wird und neu gesehen werden kann. Wie wird ein Wiedersehen mit diesem Teil des ehemaligen Werkes sein, das nun zu einer neuen Leinwandarbeit geworden ist. Entsteht VIEL_LEICHT ein gefälliges, ein abstoßendes Werk?

Die Installation „Literatur“ zeigt die tiefe Bedeutung von Büchern für die Künstlerin, die Ihr Inspiration für Themen und Titel bieten und ihre Gedanken zur neuen digitalen Entwicklung, die die haptische Erfahrung mit einem Buch nicht ersetzen kann. So zeigt Sie „Ihre“ Bücher liebevoll verpackt, geschützt, wie Mumien haben sie eine Art Konservierung erhalten um die Zeit zu überdauern. Die Installation ist eine „Saudade“ an das Buch.

Zentrales Werk von Moni Stein sind die beiden Skulpturen „Königin“. Sie sitzen sich gegenüber und jede ist bestrebt ihre Krone zu behalten. Ein aufwändiges Unterfangen und ein ständiges, zwanghaftes Kontrollieren - wo bleibt da die Leichtigkeit. Die Skulpturen zeigen uns in belustigender Weise den Kampf ums Prestige. Was würden für Energien zur Verfügung stehen, wenn wir mit viel Leichtigkeit an unsere Aufgaben im Innen wie im Außen herangingen? Die Skulptur „Schulter an Schulter“ zeigt wie es auch gemeinsam gelingen kann Lebensprojekte in die Hand zu nehmen…….ganz anders als die beiden Königinnen, die offensichtlich noch ein Stück ihres individuellen Entwicklungsweges vor sich haben.

Umgeben wird dieses Szenario von Gemälden der Künstlerin die die Stimmung einer sommerlichen Laube wecken wollen, einige Titel nehmen direkten Bezug auf den entstehenden Raum, wie „In der Laube“, „Sommerfrische“.. Dieser imaginäre Raum lädt ein zum Verweilen, zum Ausruhen um frisch gestärkt daraus hervor zu gehen. Die Titel der weiteren Arbeiten klingen wir Vorschläge auf dem Weg dorthin, wie z. B.: Sommerspaziergang, Spiegelung, Crash – und zuletzt die direkte Aufforderung „Wo bleibst DU!?“

VIEL_LEICHT

Viel_leicht – vom ursprünglichen WortSinn weit entfernt
von wager Unwissenheit, von Relativierung
Viel_leicht – primär die Sehnsucht
Vieles in Leichtigkeit im Leben zu bewegen

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Liebe Marah, ein sehr schöner Text und mehr als Prosa, am Schluss noch das Gedicht zu Viel_Leicht. Das hat mir sehr gut gefallen. Deine Elli