20220429 Collage Audhumbla

"in AUDHUMBLA, der göttlichen kuh die einen riesen nährt und einen menschen aus dem eis leckt, sieht man die gestalt der ewigen mutter. heisst es darum, dass gletscher kalben wenn sie große stücke abstoßen?"
Text Sophia Kirst aus dem begleitenden KunstBuch zur Ausstellung

Sophia Kirst in der Galerie MarahART

Die Arbeiten von Sophia Kirst rufen ein zartes Hineinspüren, ein tiefer und immer tiefer Gehen bis hin zum sich darauf einzulassen hervor. Wenn dieser Schritt möglich ist, dann wird eine große dem Werk innewohnende Kraft spürbar die sich ausbreitet und Raum – Seelenraum - in der Betrachterin/ dem Betracht fordert und einnimmt. Unter dem Einfluss dieser Erfahrung wurde die Ausstellung AUDHUMBLA in der Galerie MarahART in Bernau am Chiemsee kuratiert und ein KunstBuch von der Künstlerin zu Ihrem aktuellen Werk geschaffen.

Die Installation AUDHUMBLA ist die zentrale Arbeit der Ausstellung die zu Beginn einen offenen noch leeren Raum zeigt, umgeben von Kuhbildnissen, allesamt durch scheinbares Fließen der Farben in Bewegung – lebendig. Gerahmt durch die reale Umschreibung mit Tinte an den Konturen mit dem sich immer wiederholenden Text eines isländischen Schlafliedes für Kinder – anmutend wie ein magischer Schutz für diese Tierwesen.

Der anfangs leere BodenRaum zwischen den Kuhbildnissen wird sich über die Dauer der Ausstellung mit Werken füllen die durch das Tropfen von menschlicher Muttermilch auf Gletschersediment und Pigment, auf Papier, frei entstehen. Gedacht als Geste des Opfers für die menschliche Ausbeutung des Planeten.

Die in einem Karussell befestigten Aquarelle im Installationsraum zeigen Arbeiten zu einer gesunden Stillbeziehung von menschlichen und tierischen Müttern und ihren Babies bis hin zum absurden Missbrauch des LebensElexiers „Milch“. Die Selbstverständlichkeit des Umganges mit unserem Anspruch auf Milch zeigt sich in dem sich immer weiterdrehenden Kreisel.

Innerhalb der Ausstellung wird ein Bogen geschlagen vom Gletschersediment und seiner Ausschwemmung durch das schmelzende Eis hin zur großformatigen Arbeit aus der Serie „Elegien des Wassers“.

Das Konzept der Ausstellung nimmt einen Fokus auf einen Teil des Werkes von Sophia Kirst. Ihr Anliegen ist es, den Betrachterinnen und Betrachtern eine Annäherung anzubieten, um Fragen aufzuwerfen und scheinbar Selbstverständlichem die Chance einer Neubewertung zu ermöglichen.

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