20220608 Collage Un-erhoert

UN_ERHÖRT………Empörung darüber was alles nicht gehört wird, nicht gehört werden will, nicht gehört werden konnte und kann. Die KünstlerInnen erinnern mit Ihren Werken an altbekanntes Unerhörtes und zeigen was wir durch diese Haltung heute riskieren zu verlieren.

In der Ausstellung werden Werke von Sabine Bijewitz, Gisela Ebeling, Reinhard Ebeling, Christa Lux und Elisabeth Seidel zum Thema präsentiert. Zusammen vertreten sie den FreiraumARTKultur im Herzen von München hier in Bernau, eine unabhängige Kultureinrichtung die seit 40 Jahren sich einen Namen im Münchner Kulturbetrieb gemacht hat.

Zentrales Werk ist die Installation von Elisabeth Seidel, die eine Weiterentwicklung Ihres KassandraProjektes darstellt, dessen frühe Arbeiten bereits 2020 in der Galerie gezeigt wurden. Seidel ist seitdem immer tiefer in die zugrunde liegenden menschlichen Fehlleistungen eingestiegen, die wenn im Vorfeld erkannt vielleicht abgewendet hätten werden können. So nimmt die Künstlerin bekannte und unbekannte Aussagen verschiedenster Personen zu Hilfe und bannt Sie auf Ihre Schriftrollen, in dem Bemühen uns aufmerksam zu machen, dass es gilt Lösungen zu finden. Schamanisch anmutende „Werkzeuge“ bieten Hilfestellung. Umrahmt wird die Installation von auf alte Landkarten gemalte Gletscherlandschaften und mit Transfertechnik verarbeiteten Fotos aus dem Alltag der Wespen, stellvertretend für die Tiere die durch Ihr Sein die Früchte der Pflanzen erst ermöglichen – nur zwei wichtige Naturereignisse auf die wir nicht verzichten sollten.

Im Thema bleibt Sabine Bijewitz mit den Gemälden zu „Urschlamm“, diese Masse, die vielfältiges Leben schenkt, es beherbergt, damit es sich dort entwickeln kann. In den kleinen Arbeiten sind die winzigen Bakterien und Lebewesen dargestellt. Durch Ihre Arbeit, auch als wissenschaftliche Zeichnerin, verbindet Bijewitz ihr Wissen mit Ihrer Kunst und macht diese Kleinstwesen für das Auge sichtbar. Ihre Kunst ist geprägt durch die Verwendung von Asche die sie mit Pigmenten vermischt. So bekommen alle Arbeiten eine ganz besondere Tiefe, die durch den Lichteinfall und das Spiegeln der Kleinstkristalle in der Asche den Arbeiten je nach Standort des Betrachters/ der Betrachterin einen veränderten Ausdruck verleihen.

Christa Lux stellt eine Reihe ihrer originellen Figuren aus der inzwischen entstandenen Sammlung Lux. Vor ihrem Tod im März 2022 hat sie ihre Teilnahme zu der Ausstellung UN_ERHÖRT zugesagt und so konnten noch zahlreiche Arbeiten zusammengetragen werden wie die herausragende Figur „Händeringend“, die in der Ausstellung „un-ordnung“ von 2021 in der Halle 50 in München als Installation „Saustall“ zu sehen war.

Christa Lux ausufernde Materialiensammlung in ihrer Münchner Werkstatt erlaubte ihr den Teilen, die vorher in ganz anderen Funktionen standen, eine neue Figur zu geben. Mit origineller Komik, mit Witz und Ironie, die ihr unüberhörbares Lachen spiegeln und ihre un-erhörte Leichtigkeit und Schwerelosigkeit zum Leben bringen.

Einen Trost können die Arbeiten von Reinhard Ebeling bieten. Er zeigt in wundervollen Landschaften und Naturschauspielen was wir zu verlieren haben, was definitiv noch nicht verloren ist und was es dringend zu erhalten gilt. Von zart pastos anmutendem Farbenspiel bis hin zu kräftigen Farbfiguren bring er uns eine Welt für die es lohnt aufmerksam zu sein. Ebenso Gisela Ebeling, der es gelingt Lichter am Horizont aufzuzeigen, auch symbolisch. Häufig begegnen uns Figuren, Wesen die sich in Ihre Welt vertieft, uns einen Ausblick oder Einblick gewähren. Auf diese Weise gelingt es Gisela Ebeling immer wieder den Betrachter/ die Betrachterin selbst als Teil des Bildes mitwirken zu lassen und der subjektiven Sichtweise Raum zu geben.

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