Online-Galerie Margarethe-Fritz-Herrmann Orientexpress 01

„Das Malen ist für mich eine Art Nachdenken über das Leben“, so die Künstlerin Margarethe Fritz- Herrmann. Für die zweite Ausstellung mit der Künstlerin werden Ihre neuesten Gemälde mit zwei früheren Installationsarbeiten kombiniert, die das Thema der Ausstellung VIEL_LEICHT aus verschiedenen Blickwinkeln aufgreifen.

Ihre künstlerischen Ausbildungen umfassen Malerei, Zeichnung, Installation, Bildsprache und Symbol. An der Kunstakademie Salzburg startete Margarethe Fritz-Herrmann. Weiter führte die Kunst sie zu internationalen Künstlern wie, Nancy Spiro und Leon Golub, sowie Thomas Lange.. Auch bei Jacobo Borges hat Margarethe Fritz-Herrmann erfolgreich die Studien abgeschlossen.

Die neuen Ölgemälde beschäftigen sich mit „dem in Bewegung sein“, den sich ständig wechselnden Ausblicken aussetzen – ein Stillstand wird nicht geduldet! Sie zeigt dies eindrücklich mit Ihren Arbeiten, in denen unterschiedliche Zugabteile oder Bahnhofshallen einen beunruhigenden „geschützten Raum“ bieten, denn auch sie scheinen in Bewegung zu sein. Eine Metapher für gelebtes Leben und den Mut immer weiter zu gehen, das Leben auszukosten – sich verbrauchen. In den kleineren Bildarbeiten sind Momente der Stille, des Ausruhens – noch ist der neue Ausblick nicht klar erkennbar – ein Abwarten was sich zeigen wird, wenn sich die Nebel lichten.

Der Installation „Verworfenes“ liegt eine Entschlossenheit zugrunde die bereits Entstandenes durch Zerschneiden und -reissen zerstört, dieses verschnürt, bündelt und weglegt. Es entsteht ein Zustand des Wartens auf etwas Neues. Was passiert wenn das Verborgene aufgeknüpft wird und neu gesehen werden kann. Wie wird ein Wiedersehen mit diesem Teil des ehemaligen Werkes sein, das nun zu einer neuen Leinwandarbeit geworden ist. Entsteht VIEL_LEICHT ein gefälliges, ein abstoßendes Werk? Was will es mir sagen?

Die Installation „Literatur“ zeigt die tiefe Bedeutung von Büchern für die Künstlerin, die Ihre Inspiration für Themen und Titel bieten und ihre Gedanken zur neuen digitalen Entwicklung, die die haptische Erfahrung mit einem Buch nicht ersetzen kann. So zeigt Sie „Ihre“ Bücher liebevoll verpackt, geschützt, wie Mumien haben sie eine Art Konservierung erhalten um die Zeit zu überdauern. Die Installation ist eine „Saudade“ an das Buch.


Von vielen Jahresausstellungen des Freiraum ART Kultur in München haben sich mir vor allem die Bilder vom Wasser von Margerethe Fritz-Herrmann mir eingeprägt. Als ich 2019 die für mich erste dreidimensionale Arbeit "Boot" entdeckte war ich begeistert. Die Schaffenskraft die im Werk von Fritz-Herrmann über Jahrzehnte ungebremst und immer stärker werdend spürbar ist hat mich überzeugt.

Ihre künstlerischen Ausbildungen umfassen Malerei, Zeichnung, Installation, Bildsprache und Symbol. An Kunstakademien in München und Salzburg startete Margarethe Fritz-Herrmann. Weiter führte die Kunst sie zu den Künstlern aus New York: Nancy Spiro und Leon Golub, sowie Watts Quattara. Auch bei Jacobo Borges aus Caracas, hat Margarethe Fritz-Herrmann erfolgreich die Studien abgeschlossen.

Die Künstlerin sagt, dass das Malen für sie eine Art Nachdenken über das Leben ist. Auch die hier gezeigten Arbeiten lassen ein Betrachten letztendlich in aktives Nachdenken übergehen. Die Gemälde sind in Öl auf eine vorbereitete Leinwand gemalt. Allen ging ein Prozess des tiefen Nachdenkens über das Werk das entstehen soll voran. Dies ist mit der aufwändigste, tief-stille Teil der Arbeit. Dann beginnt der Auftrag der Farbe in mehreren Schichten, mit Pinsel und anderen Hilfsmitteln, zum Teil spielerisch, wird wieder abgetragen, neu gesetzt, bis die entstehende Form zu einem meist vorläufigen Ausdruck kommt. Es kann nach Aussage der Künstlerin Jahre dauern bis das Gefühl entsteht "Es ist fertig". Dieser Prozess ist spürbar bei der Auseinandersetzung mit Fritz-Herrmanns Werk.

Beginnend bei den Arbeiten zu Saudade spannt sich der Bogen der Ausstellung über mögliche Boote, über gewaltige Wellen hin zum beruhigten Meer und zum Thema der Ausstellung "die Wogen glätten sich…".
Die Auseinandersetzung mit Saudade regt die Künstlerin mit unrealen "Landschaften" an. Räume in die sich die Betrachterinnen und Betrachter versenken können ganz im Sinne von Saudade, dies ist mehr als ein Wort. Der Begriff steht auf Portugiesisch für ein unübersetzbares Gefühl aus Sehnsucht, Melancholie, Schmerz, Nostalgie und Einsamkeit – Saudade ist bitter-süss und wunderschön. Es ist eine Sehnsucht nach dem "Ganz-werden". Ähnliche Gefühle können bei der Betrachtung des Meeres tief im Menschen geweckt werden. In den gezeigten Ölgemälden hat Margarethe Fritz-Herrmann das Meer in unterschiedlichsten Fassetten erfasst – ein großes Spektrum menschlicher Gefühle kann sich hier widerspiegeln. Mit Ihrer Installation „Boot“ regt die Künstlerin an das eigene unfertige Boot selbst weiter zu bauen um in See zu stechen. Die Bootinstallationen erfordern Zuversicht und Vertrauen sich den Gefühlen und Saudade auszusetzen – der eigene Wille wird ausschlaggebend.

Margarethe Fritz-Herrmann
Adalbertstr. 55
80799 München
Tel. 0040 (0)89 2723290
ma-fritz-herrmann@t-online.de

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