Elisabeth Seidel

Kuenstler Elisabeth-Seidel

Die Zusammenarbeit mit Elisabeth Seidel seit 35 Jahren erlaubt mir einen guten Einblick in Ihr umfassendes Werk. Sie arbeitet immer für geraume Zeit an einem Thema das sie in der jeweiligen Lebensphase bewegt. Sie gibt diesem dann viel Raum, auch im Alltag, bis das Thema lebendig in ihre künstlerische Arbeit einfließt. Über eine meist eigens dafür gewählte Technik bringt sie sich und das Thema sehr persönlich in den Ausdruck.

Die ausgewählten Werke sind allesamt aus der Serie zu dem KassandraMythos entstanden, der heute mehr denn je aktuell ist. Genau dieser Punkt ist der Künstlerin wichtig, die alten Mythen aufleben zu lassen ganz im Sinne des Zeitgemäßen. Kassandra wurde nicht gehört weil sie Unerhörtes vorhersagte, nichts was die Menschen hören wollten – die Zerstörung von Troja war einfach unvorstellbar und ist doch trotz Vorwarnung eingetreten. Was wollen wir heute nicht hören weil es scheinbar „unerhört“ ist?

Mit Ihren drei großen Leinwandarbeiten hat Elisabeth Seidel einen Fokus auf die ihr wichtigsten Momente im Wirken von Kassandra genommen. Die Initiation durch die Weisheit, das Erwachen des „Zweiten Gesichts“ und im Geiste von Kassandra, der Versuch einer Lebensgemeinschaft am Berg Ida, neue Wege in der Gesellschaft zu erproben. Wie zeitgemäß!

Die Tiefe der hier gezeigten LeinwandArbeiten erreicht Seidel durch die Kombination von unterschiedlichem Malmaterial wie Acryl, Grafit, Kreide, Tusche, Pigment. Als Stilmittel verwendet die Künstlerin in den kleinen Leinwandarbeiten auch die Transfertechnik die sie in den Malhintergrund perfekt einfügt.

Ganz anders Ihre Schönheitsgalerie der Jahrhunderte. Hier beschränkt sich Elisabeth Seidel auf Grafit und Buntstift sowie Rötelstift und fühlt in feiner Ausführung den ursprünglichen Zeichnungen großer Meister nach. Was veranlasste die männlichen Künstler diese Frauen zu malen – war es nur deren Schönheit oder die Schönheit hinter der Fassade? Die Darstellungen allesamt Frauen die Ihren Weg ganz auf ihre Weise gegangen sind.

PDF: Elisabeth Seidel

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